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Schule


Am 14. September war der erste Schultag.
Nachdem ich am Montagmorgen meine Uniform angezogen habe, (ich lad demnächst mal wieder Bilder hoch) gings um 7.00 Uhr auf zur Schule, welche um 7.30 anfängt.

Am Morgen wurde die Schule noch kurzfristig sehr hübsch mit Schleifen, Luftballons und Willkommensschildern geschmückt, sodass man sich vorkam wie auf einem Kindergeburtstag.
Anschließend mussten sich die verschiedenen Klassen in Reihen aufstellen.
Die Schule auf der ich bin ist nicht sehr groß. Es gibt in jeder Stufe nur eine Klasse und es sind von der 1.-12. Klasse alle auf einer Schule. Meine Klasse ist mit 24 Schülern eine der größten.
Nachdem alle in ihren Reihen waren, wurde die Nationalhymne gesungen und in die Klassen gegangen. Der erste Schultag war schon sehr merkwürdig. Die ersten 2 Tage hatte ich noch nicht so viel Kontakt zu den Leuten in meiner Klasse. Ich bin schon sehr froh, dass Katias Bruder neben mir sitzt und mir einige Sachen erklärt die ich nicht verstehe.

Besonders begeistert war ich als ich den Stundenplan bekommen hab. Die Schule hat nämlich einen naturwissenschaftlichen Zweig, weswegen ich nun 4 Stunden Chemie, 4 Physik, sowie Informatik, Technik und Forschung die Woche habe. Pure Freude!
Und ich dachte ich hätte nie wieder Physik in meinem Leben..
Naja noch eine Sache die mich sehr an der Schule stört, ist dass meine Gastmutter meine Geschichtslehrerin ist. Es ist einfach total komisch sie als Lehrerin zu haben. Außerdem hab ich das Gefühl, dass ich ihr gar nichts mehr über die Schule erzählen kann.

Der Unterricht ist recht langweilig. Man versteht zwar so einige Sachen aber nicht so ganz den Sinn. Ich freu mich immer total auf die Pause. In der Pause sind wenigstens Katia und Irina da mit denen man sich austauschen kann. Die Stunden hier gehen jeweils immer 40 Minuten und es gibt zwischen den Stunden keine Pausen. Erst nach 4 Stunden am Stück ist eine 30 minütige Pause und Anschließend wieder 4 Stunden Schule. Von Montag bis Mittwoch hatten wir allerdings nicht 8 sondern 6 Stunden. In diesen Stunden bin ich immer minimal am Sterben.. Wobei es sich jetzt etwas gebessert hat.

Meine Lehrer sind sehr merkwürdig. Mein Physik welcher gleichzeitig mein Chemie Lehrer ist, (sodass ich ihn manchmal 3-mal am Tag habe) hat bisher noch kein Wort über das jeweilige Fach gesprochen. Lieber redet er von ganz anderen Dingen. Letztens war es über Frauen und Männer und das man nicht mit 17 Schwanger werden sollte, da man sonst nichts mehr vom Leben hat. (Sehr weise). Darüber hat er echt eine Stunde gesprochen.. Ich hab nicht alles verstanden aber so das wesentliche. Meine Englischlehrerin ist naja.. grad fällt mir nicht so wirklich ein Wort dafür ein.
Wenn sie Englisch spricht versteht man kaum ein Wort bei ihrer Aussprache. Dann ist sie der Ansicht sie würde alles wissen und schreibt so bedeutsame Sätze an die Tafel wie: „He eats apples and orange.“ Sie diktiert den Schülern irgendwelche grammatische Sachen, die für mich nicht sehr viel Sinn ergeben und ich glaube auch nicht, dass es den Schülern wirklich hilft. Die letzte Hausaufgabe bestand darin „alle“ 179 Unregelmäßigen Verben im Internet zu suchen und zu lernen. Es gibt zwar viel mehr Verben aber sie hat eine Liste auf der 179 sind und das sind dann für sie anscheinend alle. Nunja ich nutze den Englisch Unterricht eher dazu um Spanisch zu lernen. Das ist für mich so ziemlich das sinnvollste was ich tun kann. Ansonsten ist das meiste ziemlich einfach.
In Mathe machen wir Gleichungen mit 2 Variabeln und recht dasselbe was ich die letzten 2 Jahre in Deutschland gemacht hab. Dennoch musste ich am Anfang länger überlegen wie man diese nochmal löst, da ich seit 3 Monaten kein Mathe mehr hatte.
Jetzt am Ende der Woche ist mein Verhältnis zu den anderen in meiner Klasse schon besser geworden. Die Jungs fühlen sich immer total witzig, indem sie Deutsche Schimpfwörter und Ausdrücke in meinem Wörterbuch nachschlagen. Die sind alle generell ziemlich chaotisch. Wenn die Lehrer wollen dass es ruhig ist, kontern sie dem mit Tier und anderen Geräuschen.
Naja ich find es ist immer eine recht willkommene Abwechslung zum eintönigen Unterricht. Einige Mädels in der Klasse reden jetzt auch viel mehr mit mir, fragen mich tausend Sachen und erklären mir Dinge welche ich nicht verstehe. Eine Namens Diana hat 8 Jahre in den USA gelebt, weswegen ich mich gut mit mir unterhalten kann. (Sie meinte übrigens auch dass sie die Englischlehrerin kaum versteht).

Soviel zur ersten Woche. Nun ist erstmal Wochenende und das ist auch wirklich gut so.
Morgen geht es mit den anderen Austauschschülern zu heißen Quellen.. Darauf freu ich mich schon sehr. Abends gehen wir vermutlich feiern.

Ganz viele liebe Grüße aus dem Bananen exportier freudigen Land,


Lara

18.09.09

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Neues!



Also die letzten Tage waren recht cool.. Nachdem ich die letzte Schulwoche überstanden hab, war ich abends mit Katia und ihren Geschwistern auf einem Geburtstag.


Gegen 2 sind wir dann zu Katia nachhause gefahren, wo ich auch geschlafen hab und sind 2 stunden später um 4 Uhr morgens aufgestanden, da wir mit AFS eine Art Orientation in der Nähe von Guayaquil hatten. So um 9 Uhr sind wir in Guayaquil am Busbahnhof, neben dem sich ein Einkaufszentrum befindet angekommen.

Die Freude war außerordentlich groß als wir den Mc Donalds dort entdeckten ;D In Cuenca (der 3. größten Stadt Ecuadors..) gibt es nämlich keinen. Eigentlich recht seltsam weil es alle anderen Fastfoodketten gibt. Nunja nachdem wir im stehen unsere „Mc Fiestas“ und „Mc Tangos“ verschlungen haben. Gings mit einer sehr seltsamen Art von Auto zum Treffpunkt mit den anderen Austauschschülern aus dem Süden Ecuadors.

Nachdem sich alle strahlend, voller Wiedersehensfreude begrüßt haben, gings mit dem Bus nach Playas, einer kleinen Stadt direkt am Strand! Zum Glück gab es nicht so viel Programm, sodass wir recht lange am Strand und Meer sein konnten. Sonne pur und gigantische Wellen! Das Ressort wo wir waren war auch recht schön. Besonders die Hängematte fand besonderen Anreiz. Abends sind wir noch in eine Disco gegangen um die Müdigkeit wegzutanzen.. Naja viel schlaf hatte ich am Wochenende wirklich nicht. Am Sonntag hieß es noch mal kurz Programm und anschließend wieder an den Strand.

Leider mussten wir schon um 15.00Uhr fahren. Die 2 Tage waren einfach viel zu kurz. Nach mehreren Pausen, öfteren umsteigen, bei Mc Donalds essen und ewig Bus fahren, sind wir um 23.00 Uhr todmüde in Cuenca angekommen. Und da wir ja alle so fertig waren von dem Ausflug mussten wir Montag nicht in die Schule. Bzw. unsere Freiwilligen von AFS gaben uns den Ratschlag einfach Krank zu sein.

So hab ich den ganzen Montag durchgeschlafen und war froh nicht in die Schule zu müssen. Dienstag kam dann wieder der wunderbare Schulalltag. Wobei es mittlerweile schon erträglicher geworden ist. Nachdem meine Englisch Lehrerin nun weiß das ich besser spreche als sie, macht sie mit mir Spanisch Tests auf Englisch. Naja ich finds eigentlich ganz gut weil ich dadurch schneller lerne. Mathe ist sehr verwirrend weil wir irgendwie jeden Tag ein anderes Thema haben. Mal sinds Gleichungen, dann Graphen und dann Dreiecke usw.. Außerdem schreiben wir fast jeden Tag irgendwelche Tests die eigentlich ziemlich überflüssig sind, da jeder in der Klasse rumgeht, jeder bei jedem abschreibt, Leute die Lehrerin fragen wie man eine Aufgabe löst und diese ihnen die dann erklärt.. Nunja..

Gestern am Mittwoch ging die Schule aus unerfindlichen Gründen nur bis 10 Uhr und anschließend war ich bei einer Freundin. Als ich danach ALLEINE (sonst fahr ich entweder mit meiner Mutter oder Alex oder ich fahr mit Katias Geschwistern mit) Bus nachhause gefahren bin, bin ich wie es auch anders kommen musste irgendwie falsch ausgestiegen, habe aber durch meine jahrelange Erfahrung mit Orientierungsschwierigkeiten den Weg zum Haus gefunden ;D

 

Später bin ich dann in die Stadt gefahren um mit einer Freundin in ein Café zu gehen. Und später wieder alleine Busgefahren.. Jaa ich fühle mich mittlerweile schon sehr unabhängig. :D Jedenfalls bin ich froh in Cuenca zu sein und nirgendwo anders. Da es doch recht sicher ist. Viele wohnen in irgendwelchen Bergdörfern wo einfach nichts los ist, in Quito ist es zu groß und gefährlich, Guayaquil auch und hinzukommt das es dort viel zu heiß ist, und joa die restlichen Städte oder auch Dörfer sind recht klein. Hier kann man mit den Bussen überall hinfahren, die Stadt ist wunderschön, hat 4 Flüsse, tausend Parks und sehr viele schöne Gebäude. Die Freiwilligen von AFS sind hier recht jung und koennen einen daher gut verstehen und helfen einem bei jedem Problem.

Außerdem ist sie Cuenca ca. so groß wie Bonn und bietet einem sehr, sehr viel.

Das einzige was mich etwas stört ist das Wetter, welches man in Deutschland als „April Wetter“ bezeichnen würde, da es sich einfach ständig ändert. Morgens ist es kalt und leicht nebelig, nachmittags dann meistens warm und sonnig und abends wieder recht kuehl. Manchmal regnets auch, bisher aber nur leicht.

Tausend Küsse aus dem Land der Kakaobohnen,

Lara

30.09.09

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