Fiestas de Cuenca

Vom 30. Oktober bis zum 3. November fanden hier die Fiestas von Cuenca statt. In dieser Zeit wurde die Unabhängigkeit (ich glaube seit 189 Jahren) von Cuenca gefeiert.

Es fing am Freitag in der Schule damit an, dass wir ohne Uniform jedoch mit einem Oberteil das rot, gelb oder weiß ist, kommen konnten (die Flagge von Cuenca ist Rot/Gelb). Dann wurde von einigen Schülern Colada Morada zubereitet.

Es ist Getränk aus vielen verschiedenen Früchten welches ähnlich wie Rote Grütze schmeckt. Dazu wurden so genannte Wuawuas de pan, aus Brot geformte Menschen gegessen. Wuawua bedeutet Kind und ist ein Wort Sprache Kitschua welche hier teils gesprochen wird. Einige Wörter wurden aber ins Spanische hier übernommen z.B auch chaichai für kalt. Und dann gibt es noch Wörter die nur hier in Ecuador benutzt werden, allerdings nicht Kitschua sind, sowie „chendo“ für Witz oder auch „chevere“ um auszudrücken, dass man etwas gut findet.


Dann wurden an dem Tag noch einige Reden gehalten und von den Lehrern ein Theaterstück vorgeführt.

Abends ging es dann mit Freunden zum Rodeo, dem Stierkampf, welcher manchmal tödlich für den Reiter ausgehen kann. An dem Abend hat sich allerdings keiner verletzt, wobei es teils ziemlich knapp war. Zu meinem erstaunen wurde nicht nur auf Bullen geritten, sondern auch auf Pferden, die allerdings nicht ganz so wild waren. Um die Tiere wild zu machen wird übrigens ein Seil um den Bauch gespannt, sodass die Tiere versuchen dieses abzubekommen, dabei schaukeln diese dann so wild hin und her.

Zwischen den verschiedenen Rodeos gab es dann auch immer noch andere kleinere Vorstellungen von z.B. Menschen die Kunststücke mit Pferden gemacht haben oder auch einfach in verschiedenen Variationen geritten sind.

Samstag war ich mit meiner Schwester auf einem regueton Konzert, welches aber auch einer riesigen Party mit Bühne geglichen hat. Die Mädels waren alle total aufgetakelt mit Absätzen und ohne Jacke wobei die Bühne draußen und es recht kalt war. Und da ich ja mit meiner 27 jährigen Schwester weg war, sind wir erst um 4 Uhr morgens nach Hause gekommen. ;D

Sonntag ging es dann mit Freunden auf zum „Tripi tripi“ eine große techno- und house Party, wo wir dann auch andere Austauschschüler, allerdings von anderen Organisationen, getroffen haben. Diese sind teils extra aus Quito, Riobamba, Machala oder auch Guayaquil gekommen, nur für die Fiestas von Cuenca.

Dienstag wurde in dem Park vor meinem Haus die „Chola von Cuenca“ gewählt. Das sind Mädchen mit den typischen Klamotten von Cuenca die bestimmte Tänze tanzen. Von einer Jury wird dann eine als Chola gekürt.

Außerdem hab ich mit meiner Familie dann später das ganze Haus mit Weihnachtsdekoration geschmückt (2 Monate schon vorher!).Nun gleicht das Wohnzimmer dem Haus des Weihnachtsmannes persönlich. Der künstliche Weihnachtsbaum steht auch schon und egal wo man im Haus ist sticht einem die üppige Dekoration ins Auge. Sogar in meinem Zimmer hängen Schneemänner und Lametta.

Jedenfalls wurde mir da schon bewusst, dass dieses Jahr Weihnachten schon ziemlich seltsam wird. Allein schon vom Klima her. Wobei hier in Cuenca wie gesagt recht gemäßigtes Klima herrscht. Dennoch ist es total heiß wenn die Sonne scheint. Und da wir ja ca. 2500m über dem Meeresspiegel sind, sind die Sonnenstrahlen ziemlich intensiv und man kriegt eher einen Sonnenbrand, als dass man braun wird.

Die letzten 2 Wochen hat es gar nicht geregnet und es war Sonne pur. Ich finde dies ja recht angenehm, doch das Problem ist, dass hier die meiste Energie durch die Wasserkraft der Flüsse erzeugt wird. Und ohne Regen und nur Sonne haben dir Flüsse zurzeit gar kein Wasser, sodass hier ziemlich viele Stromausfälle sind.

Mittwoch ging es dann wieder ganz normal in die Schule, wobei kaum Unterricht war, da Sonntag ein Fest in unserer Schule war wofür einige Sachen geübt worden sind.

Die anderen 2 Austauschschülerinnen und ich waren Madrinas von unseren jeweiligen Klassen. Dafür mussten wir Themenspezifische Kleider anziehen (siehe Fotos ;D), und ganz vorne bei der Aufstellung der Klassen laufen. Es war ähnlich wie so eine Art Zeremonie. Ansonsten fanden noch viele verschiedene Veranstaltungen und auch Spiele statt. Naja und da wir Sonntag diese Veranstaltung und der Schule hatten, haben wir nun heute frei.

Was doch recht angenehm ist.

Also ihr seht ich bin hier beschäftigt und ja mir geht es nach 2 ½ Monaten immer noch gut. ;D

Liebste Grüße,

 

Lara

 

09.11.09
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