Ein herzliches, nachträgliches frohes neues Jahr an alle!

Kaum zu glauben, dass wir nun schon 2010 haben!
Weihnachten hier war eigentlich recht anders als ich gedacht hatte. Wo man sich in Deutschland den ganzen Dezember über mit Weihnachtsmärkten, Plätzchen, Lebkuchen, Advent feiern sich für Weihnachten einstimmt und es sich bei der Kälte die draußen herrscht, es sich im Haus gemütlich macht, läuft man hier bei Sonnenschein im T-Shirt herum und das einzige woran man merkt das bald Weihnachten ist, sind die kitschigen Dekorationen sowie unnötige Veranstaltungen von der Schule wo man sich dann an Samstagen Weihnachtslieder von den jüngeren Schülern sowie Theaterszenen anschauen muss.

Am 24. Dezember sind wir morgens mit AFS ins Zentrum gegangen um uns den „Paso del Nino“ anzuschauen. Dies ist eine Art Parade, wo zum größten Teil Kinder mitlaufen. Diese sind dann verkleidet wie z.B. als Engel, einer der heiligen 3 Könige oder auch in anderen Traditionelle Trachten.

Den Tag über war ich dann mit meiner Familie zusammen zuhause, wo wir das Essen vorbereitet haben und einige der tausend Weihnachtsfilmen im Fernsehen geschaut haben. Abends kam dann ein Teil von meiner Familie (meine Familie ist ziemlich groß, da meine Gastmutter irgendwie 10 Geschwister hat, welche selber alle Familien haben, sodass ich immer noch nicht alle kennen gelernt hab) mit der wir dann zusammen gegessen haben und anschließend gegen 24 Uhr die Bescherung gemacht haben.

Am 25. sind wir zu dem Vater meiner Mutter gefahren um dort den Tag zu verbringen, wo wir eigentlich den ganzen Tag nur Filme gesehen haben.

Der nächste Tag war dann wie ein ganz normaler Tag den ich nur Zuhause verbracht hatte. Und am 27. ging’s dann endlich los nach Salinas an den Strand!

Mit tausend Koffern, die locker auch für 2 Wochen mehr gereicht hätten (meine Mutter und Schwester hatten extra Taschen für Schuhe mitgenommen ) sind wir mit einem kleineren Reisebus erst 3 ½ Stunden nach Guayaquil gefahren und anschließend haben uns Verwandte ins ca. 2 Stunden entfernte Salinas gefahren.

Ich kam mir wieder vor als wäre ich in einem ganz anderen Land. Die Küste Ecuadors ist soo anders als die Anden. Zum einen ist man gar nicht an die Schwüle Hitze gewöhnt und die ganze Umgebung, Häuser, Bäume und auch Menschen sehen anders aus.

Da es schon nachmittags war als wir ankamen, haben wir uns nur ein wenig die Stadt angesehen und erschöpft von der Reise schon relativ früh schlafen gegangen.
Der nächste Tag war ein wundervoller Strandtag. Nur am folgenden Tag kam dann die böse Überraschung. Obwohl ich mich doch am Vortag so fürsorglich mit Lichtschutzfaktor 35 eingecremt habe, ich hielt es jedenfalls schon für eine sehr hohe Zahl. War ich am nächsten Tag einfach überall rot! Meine Haut war so gespannt das ich mich kaum ohne Schmerzen bewegen konnte. In einer Apotheke hab ich mir dann erstmal extra eine Kreme für den Sonnenbrand, sowie eine Sonnencreme mit LSF 50 (!) gekauft.
Zuversichtlich bin ich die nächsten Tage nur noch in den Schatten gegangen und das Rot wechselte recht schnell zu braun über.

Dann war ich mit meiner Familie noch einen Tag in Montanita, welches mit dem Bus eine Stunde entfernt ist von Salinas. Montanita ist DAS Hippie und Surfer Dorf überhaupt in Ecuador. Mit riesigen Wellen, tausenden kleineren Ständen und ziemlich vielen Ausländern.

Und natürlich war noch Neujahr, was einfach unglaublich war! Abends am Strand tummelten sich tausende von Menschen, es fand ein auf einer Bühne eine art Konzert statt und die ganze Zeit wurden schon Raketen losgelassen. Um 24 Uhr ging es dann erst richtig los mit den Feuerwerken, welche über dem Meer richtig schön aussahen.
Außerdem wurden noch „Anos viejos“ (alte Jahre) verbrannt. Diese sind aus Pappmaschee gemachte Puppen welche in allen Formen auftreten, sowie; Menschen, Berühmtheiten (es gab recht viele Michael Jacksons ), Film/Zeichentrick Figuren, Tiere und viele viele andere Sachen.
Soweit ich es verstanden hab (irgendwie hat mir jeder etwas anderes zu diesem Brauch erzählt) repräsentieren diese Figuren das Schlechte vom vergangenen Jahr, und werden verbrannt um das Schlechte zu verbannen damit es im neuen Jahr besser wird.

Später war ich dann noch mit Freunden aus Cuenca, die auch dort waren in einer Disco aus. Ich glaube, dass sich so ziemlich ganz Ecuador in Salinas über Silvester aufhält. Ich hab z.B. durch Zufall 5 Austauschschüler von AFS, die auch mit ihren Familien dort waren getroffen. Und allein schon von meiner Schule hier waren 3 auch in Salinas.

Die eine Woche am Strand ging leider viel zu schnell um. Zum Glück sind wir nicht gleich nach Hause gefahren, sondern haben noch 2 Tage in Guayaquil bei meinen Cousins verbracht.

Guayaquil ist da so unglaublich groß! Man braucht bestimmt mehr als 1 Stunde um vom einen zum anderen Stadtende zu kommen da alles so weitläufig ist. Die meisten Häuser sind in größeren Wohnsiedlungen eingeordnet, welche teils schon an ein kleines Dorf erinnern. Das Viertel von meinen Cousins, besteht aus gleichaussehenden Reihenhäusern welche ziemlich Amerikanisch ausschauen. In der Mitte des Wohnviertels (mit bestimmt so um die 200 Häuser) befindet sich ein gemeinschafts- Schwimmbecken, sowie ein Sportplatz.

In einigen Wohnvierteln, welche noch größer sind, befinden sich sogar Supermärkte und Geschäfte, sodass wohl einige nie ihre Siedlung verlassen.

Das Zentrum ist auch recht weitläufig und befindet sich an einem der größten Flüsse hier, welcher bestimmt 4mal so groß wie der Rhein ist.

Was auch recht anders ist, ist dass man einfach den ganzen Tag in Top und Shorts rumlaufen kann und selbst am Abend keine Jacke braucht. Als Cuencaner ist man das mit der Hitze ja nicht so gewöhnt ;D. Wobei ich glaube dass diese Hitze die dort mittags herrscht auf Dauer kaum auszuhalten ist. Die meisten Leute laufen dann auch noch mit langen Hosen herum, da es in allen Geschäften sowie in den Malls eine eiskalte Kälte aufgrund der Klimaanlagen herrscht.

Besonders jetzt im „Winter“ herrscht die meiste Hitze, weswegen die Schüler an der Küste im Januar die großen (Sommer-)Ferien haben, worauf ich ja schon einwenig eifersüchtig bin, da es generell schon kaum Ferien gibt.

Bei Feiertagen gibt es meistens nur 1 oder 2 Tage frei. Sowie auch an den Osterferien und an Karneval. Herbstferien gab es auch nicht. Die Weihnachtsferien mit 2 Wochen, sind die einzigen, abgesehen von den großen Ferien, die noch recht lang sind.
Nachmittags am folgenden Tag ging es dann leider wieder zurück nach Cuenca, wo am nächsten Tag auch schon wieder mit purer Vorfreude die Schule losging.

Und die Woche war jetzt auch nicht sehr spektakulär. Wobei am 6. Januar war hier „Dia De Los Adolescentes“ an dem sich viele Menschen verkleidet hatten, die Straßen voll mit Menschen waren und es einige Veranstaltungen auf 2 verschiedenen Bühnen, sowie eine Parade gab.
Ich hoffe das war jetzt nicht zuviel Text auf einmal, und ich spreche schon mal ein sehr großes Lob aus, an alle die sich das jetzt alles durchgelesen haben.

Ich sollte eventuell öfters schreiben damit sich die Ereignisse nicht zu sehr häufen. Aber ich muss gestehen, dass ich mich oft sehr dazu motivieren muss, die letzten Wochen und Erlebnisse hier aufzuschreiben. Aber ich hab auch wieder neue Bilder hochgeladen falls ihr es nicht schon gesehen habt. Link: 2010!
Es passiert einfach viel zu viel und die Zeit ist so knapp. Ich meine wir haben immerhin schon 2010! Ich kann mich noch zu gut daran erinnern, wie ich vor mehr als einem Jahr meine Bewerbung fürs Austauschjahr geschrieben hab, ich mir noch unsicher war ob ich wirklich ein ganzes Jahr weggehen soll oder nicht doch lieber ein halbes (ich bin ja sooo froh ein ganzes genommen zuhaben. Das Halbe wäre ja sonst schon fast rum). Dann noch die ganzen Vorbereitungen, die Erwartungen und dennoch ist alles viel anders und dann doch wieder gleich wie man es sich vorgestellt hat.

Saludos del país con tantos diferentes cosas, culturas y aventuras,


Lara

13.01.2010
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