Februar!

Soo dann melde ich mich nun mit eine kleineren Verzögerung, um euch über den letzten Monat zu berichten. Zum einen ist meine namenlose Schildkröte gestorben. Zum anderen war Karneval.

Karneval in Deutschland verbinde ich mit kalten Temperaturen, Menschen in verschiedensten Kostümen, Karnevalszügen, Kamelle, Konfetti und viel alaaf! In Ecuador werden die Karnevalstage wohl eher mit den Wörtern „nass“ und „Familie“ beschrieben.

Schon Monate und Wochen vorher wurde man auf der Strasse mit Wasserpistolen oder Bomben nass gemacht und das erst besonders als Ausländerin. Karneval gings dann allerdings erst richtig los.

Am Freitag hatten wir noch Schule. Der Tag fand mit verschiedenen Veranstaltungen statt. Zuerst wurden einige Dinge zum Valentinstag sowie zu Karneval gesagt, später gab es noch eine art Taufe der Schule, wo einige Lehrer sich als Mönche verkleidet hatten, um neue aus der 7.ten Stufe zu „Taufen.“ Leider konnten wir Austauschschüler uns nicht drücken und wurden prompt aufgerufen um daran teilzunehmen. Die sogenannte „Taufe“ bestand darin erst einmal ziemlich nass gemacht zu werden und anschließend ein Getränk welches aus Orangensaft, Eiern und noch recht seltsamen Zutaten bestand zu trinken.

Danach gab es einige Wettbewerbe mit Wasserbomben und schließlich endete das Ganze mit einer riesigen Wasser-, Schaum- und Mehl- Schlacht.

Außerdem war während der ganzen Tage, Cuenca wie ausgestorben. Im Zentrum so gut wie alles geschlossen und kaum Menschen vorzufinden. Die meisten sind nämlich entweder vereist an die Küste, oder hängen (sowie ich) 5 Tage mit der Familie zusammen. Man vereint sich dann für einige Tage in immer anderen Häusern von Familienmitgliedern, um gemeinsam zu essen und sich anschließend komplett nass zu machen. Dies geschieht dann mit großen Eimern randvoll gefüllt mit eisigem Wasser und Schaum, den es in Sprühdosen zu kaufen gibt. Nachdem man sich zitternd danach die Klamotten wechselt, geht das ganze wieder los, sodass man sich ungefähr um die 4-mal umziehen muss.

Also im Großen und ganzem bin ich nicht so der Karnevals Mensch hier. Als die Tage zu Ende waren, war ich sogar recht froh, da es alles recht anstrengend ist.

Dann hätte die letzte Februarwoche eigentlich der Short-term Exchange sein sollen, wo wir Austauschschüler die Möglichkeit haben, für eine Woche in eine andere Stadt und Familie zu gehen um auch mal andere Seiten vom Land und Menschen kennen zu lernen. Aber leider wurde das für uns im Süden alle abgesagt oder auch verschoben, weil zurzeit ziemlich heftige Regengüsse sind, besonders an der Küste und dies sei ja zu Gefährlich.

Sogar hier in Cuenca gab es die letzte Woche ziemliche Unwetter, sodass sogar mein Zimmer mit Wasser vollgelaufen ist, da das Wasser draußen nicht abgelaufen ist. Und da mein Zimmer ein Anbau vom Haus ist und klugerweise zu tief liegt hatte ich ein Schwimmbecken und ziemlich viele nasse Sachen.

Naja sicherlich habt ihr von dem Erdbeben in Chile gehört und ich hoffe, dass sich das Ganze nicht verschlimmert. Weil grad sind in einigen Ländern hier in Südamerika leichte aber dennoch vorhandene Erdbeben. Sogar im Norden Ecuadors leichtere. Und in knapp 2 Wochen geht’s auf die Galapagos Inseln, wo man jetzt ja auch schon irgendwelche Tsunami theorien hört. Naja hoffen wir das Beste. Man sieht sich ja schon in ca. 4 Monaten!!! Kaum zu glauben wie schnell das hier alles geht.

Besitos,

Lara

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05.03.10